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Das auf Wachstum und Veränderung ausgelegte städtebauliche Konzept kommt ohne Zentrum aus. Es gibt weder einen zentralen Platz, noch privilegiert herausgestellte Solitärbauten. Die verschachtelte, fast labyrinthische Struktur lässt sich treffend mit dem durch A & P Smithson geprägten Begriff der „konglomeraten Ordnung“ beschreiben. Folgende Eigenschaften schrieben die Smithsons der konglomeraten Ordnung zu:
„scheint natürlich wir haben das Gefühl einer geordneten Struktur, selbst wenn wir sie nicht verstehen oder uns verirrt haben“,
„nimmt all unsere Sinne in Anspruch: Es kann eine gewisse Derbheit ertragen; es funktioniert auch nachts und bietet vor allem Freude jenseits des Sehens“,
„hat räumliche Präsenz überwältigender als die Präsenz des Objekts“
„kann spontane Anbauten, Abriss und technische Modifikationen ertragen, ohne dass seine Ordnung gestört würde“,
„ist schwer im Gedächtnis zu behalten, kaum fassbar, nur wenn man wirklich dort ist, dann scheint es ganz einfach“,
„hat einen Grundriss und einen Schnitt von veränderlicher Dichte“
Entsprechend der Autonomie der Parzellen, welche den fortwährenden Zustand einer gleichzeitig immer und nie fertigen Stadt erlauben, erfolgt die Befriedigung des kollektiven Bedürfnisses nach Versorgung in linearer Dezentralität entlang des Boulevards. Gleich dem ebenfalls durch A & P Smithson beschriebenen „Magnetismus der Kante“ erreicht die Bebauung hier ihre höchste Dichte. Somit lässt sich die zu erwartende Morphologie in zwei Urtypen des Städtebaus differenzieren:
Der Strip - ein vom Maßstab unabhängiges Organisationsprinzip, dass in jedem Straßendorf der Welt ebenso funktioniert wie entlang der gleichnamigen Straße in Las Vegas.
Die Wucherung - unkontrolliertes Wachstum als die unmittelbarste städtische Entwicklungs-form, die aufgrund ihrer Ungerichtetheit vielfältige Stadträume ermöglicht.
In Analogie zu Organisationsstrukturen aus der Welt der Zytologie erklärt sich die grundsätzliche Organizität des Ansatzes, ohne formal organisch zu erscheinen. Hier ist es vor allem die auf Pragmatismus gestützte Strategie der privaten (Par)-Zelle, die diese Analogie erklärt. Die jenseits der Rue de Mons gelegene Arbeitersiedlung gibt nicht nur ein Beispiel für eine vor Ort funktionierende Struktur, sondern ist kleinmaßstäbliches Modell eines Entwurfs, den es nun in eine städtebauliche Dimension zu übertragen gilt. Gemeint ist das Prinzip eines größeren Vorderhauses an der Straße, dass durch zahlreiche in Eigeninitiative errichtete Anbauten auf der Gartenseite zwar an Form verloren, jedoch an Charme und Lebensqualität gewonnen hat. |
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