Itterhöfe Hilden

Entwicklung eines Wohnquartiers
auf einem ehemaligen Gewerbe-Areal

Landschaftsarchitektur:
hermanns landschaftsarchitektur/umweltplanung

Mehrfachbeauftragung 2022
Empfehlung zur Weiterbearbeitung

17.329 qm BGF

IDEE
Verbindung + Identität_Der Entwurf sieht eine kompakte wie integrative bauliche Struktur vor, die den Kontext selbstverständlich ergänzt und den Südwestrand der Hildener Innenstadt deutlich aufwertet. Das neue Quartier zeichnet sich durch eine wohldosierte Urbanität aus, welche die Komponenten Freiraumbezug, Adressbildung, Gemeinschaft und Vernetzung miteinander verknüpft und hieraus eine unverwechselbare Identität entwickelt. Zentrales Element des neuen Quartiers ist eine Promenade an der Itter, welche den Stadtpark räumlich ergänzt, obschon sie funktional eindeutig dem Quartier zugeordnet ist. Es entsteht eine Schnittstelle, von der das Quartier einschließlich Bestand, sowie der Stadtpark durch den öffentlichen Charakter gleichwohl profitieren.
Gliederung + Struktur_Die bauliche Struktur setzt sich aus einem Verbund von offenen stark durchgrünten Wohnhöfen zusammen, um den Aspekt des gemeinschaftlichen Wohnens zu fördern. Es handelt sich um additive gesetzte Baukörper, bei denen Vorder- und Rückseiten über die Höfe miteinander verschmelzen. Durchgesteckte Treppenhäuser unterstützen die gleichwertige Ausrichtung. Bei aller Kohärenz des vorgeschlagenen Entwurfs verfügt jeder Hof über eine eigene Geometrie, sodass unter Einbeziehung von Fassaden- Gestaltungselementen eine Unverwechselbarkeit zwischen den Höfen entsteht. Die Typologie bietet Raum für informelle Begegnungen und zur individuellen Aneignung durch die Nachbarschaft.
Höhenentwicklung + Dachlandschaft_Die Wohngebäude erzeugen hinsichtlich der Geschossigkeit ein Spektrum von III – V, wobei sich die 5-geschossige Bebauung auf den nordöstlichen Abschluss beschränkt. Sonst dominiert eine drei- viergeschossige Bebauung, welche behutsame Übergänge zum Bestand formuliert. Die Höhenstaffelung wird unter anderem dazu genutzt attraktive Dachgärten und Dachterrassen für die Bewohner zu erschließen. Es handelt sich dabei sowohl um großzügig angelegte Gemeinschaftsflächen, wie um unmittelbar den Wohnungen zugeordnete Privatterrassen.

ORGANISATION
Phasierung + Lärmschutz_Die Gliederung der Bauabschnitte erfolgt einschließlich der Erschließungsflächen entsprechend der Staffelung der zeitlichen Verfügbarkeit der Grundstücke, sodass die Bebauung im Südosten später erfolgen kann. Das Prinzip der geöffneten Höfe wird auch im lärmbelasteten Südwesten fortgeführt. Hier sorgen zweiseitig belichtete Balkone mit einseitiger Verglasung im Übergang der Baukörper für einen optimalen Lärmschutz für den südwestlichen Hof. Die vom Lärm betroffenen Gebäude verfügen über lärmschutzoptimierte Grundrisse. Dazu werden alle schutzbedürftigen Aufenthaltsräumen um eine zentrale verglaste, jedoch natürlich belüftete Loggia angeordnet. Straßenseitig kann über eine Spaltbegrenzung auf 40 mm eine erhöhte Lärmminderung erreicht werden, sodass in den schutzbedürftigen Räumen mit natürlicher Lüftung ein Innenpegel von unter 35 dB gewährleistet werden kann.
Mobilität + ruhender Verkehr_Das neue Quartier ist im Innern autofrei, sodass alle neu angelegten Verkehrs- und Aufenthaltsflächen Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sind. Ermöglicht wird dies durch eine konsequente Unterbringung aller Stellplätze in Tiefgaragen, welche von den umliegenden Straßen erreichbar sind. Die Garagen können alle Stellplätze der Bewohner einschließlich der Besucher aufnehmen, jedoch keine weiteren Stellplätze aus der Nachbarschaft. Die Fahrradstellplätze sind zu gleichen Teilen im Außenraum sowie in den Garagen untergebracht.
Grün- + Freiraum_Neben den halböffentlichen auf die Nachbarschaft ausgerichteten Höfen prägt die grüne Promenade an der Itter wesentlich den Charakter des Quartiers. Den grünen Höfen wurden Spielbereiche für unterschiedliche Altersgruppen zugeordnet. Die Grünflächen sind naturnah gestaltet und mit einer offenen Regenwasserführung versehen, welche auf Rückhaltung, Versickerung und Verdunstung setzt. Die Versickerung erfolgt über Rigolen unterhalb der Rasengittersteinflächen, welche die Haupterschließungsachsen zur Sicherstellung der Feuerwehrbewegungsflächen begleiten. Die Erdgeschosswohnungen verfügen über kleine Gärten nach Süden und Westen mit Hecken zur signifikanten Trennung von privaten und halböffentlichen Freiflächen. Auf den Nord- und Ostseiten gewährt abwechslungsreiches Abstandsgrün die Privatheit der Erdgeschosswohnungen.

NACHHALTIGKEIT
Smart City_Das Konzept greift die Herausforderungen der Energiewende auf und zielt auf eine sektorenübergreifende Vernetzung der Gebäude- und Mobilitätsinfrastruktur. Ziel ist das „Smarte Quartier“, das eine effiziente Energieversorgung und einen ressourcenschonenden Umgang mit Baumaterialien beinhaltet. Hierzu werden möglichst viele Neubauten in Hybridbauweise gemäß KfW Effizienzhaus 55 Standard oder besser errichtet.

Strom + Wärme_Für einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz werden die Dachflächen konsequent mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Die erforderlichen Retentionsqualitäten werden u. a. durch eine Kombination mit extensiver Begrünung erreicht. Die Energieversorgung könnte durch ein mit Bio- bzw. Deponiegas betriebenes Blockheizkraftwerk ergänzt werden. Von einem zentralen Standort z.B. in der Tiefgarage ließe sich ein Nahwärmenetz speisen.

Ökologie + Klimaanpasssung_Die weitgehende Begrünung unter Einbeziehung von Dach- und Fassadenflächen schafft ein angenehmes Mikroklima und ist in Kombination mit den vorgesehenen Versickerungs- und Retentionsflächen ein Beitrag zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung. Die Freiflächen sind mit klimaverträglichen Baumarten bepflanzt. Eingestreute Obstgehölze erhöhen die Biodiversität und leisten einen Beitrag zur „essbaren Stadt“. Die offenen Grünflächen sind zu einem großen Anteil als artenreiche Blühwiesen angelegt die Bienen und Insekten Nahrung und Lebensraum bieten. Die Multikodierung der Flächen fördert Naturerfahrung und Naturverständnis und das gleichberechtigte Nebeneinander von Mensch und Natur.

Städtebau


Gewerbliche Entwicklung Flughafen Essen-Mülheim

Dreilingsweg München

Nägelesee-Nord, Gundelfingen

Kardelquartier, Baienfurt

Allgäuer Tor Memmingen

Gesamtschule Nord+, Kassel

Quartier Mühlbachäcker, Tübingen

Schönefeld-Nord

Wohnquartier am Medienberg, Mainz

Steinbruch Nord, Beckum

Bahnhofspark Stuttgart-Zuffenhausen

Möhl-Areal, Köln-Dellbrück

Malerviertel III, Dormagen

Köln-Kreuzfeld: 4 Quartiere – ein Veedel

Niersenbrucher Höfe, Kamp-Lintfort

Tobias-Mayer-Quartier, Esslingen

Am Sandhaus, Berlin-Buch

Breewiese Marl

Metro-Campus Düsseldorf

Gallus-Quartier, Tübingen-Derendingen

Am alten Güterbahnhof, Duisburg

Stuttgart Schafhaus

Schuberthöfe, Köln

Leidenhausener Gärten, Köln

Sparkassanareal Cappeler Straße, Marburg

Frankfurter Nordwesten

Regnitzstadt Erlangen

Bühl III, Lörrach

Uni (kommt) in die Stadt, Siegen

Jüchen-West

Landpartie Landau

Stadtnest Neuperlach, München

Münchner Nordosten

Haunstetten Südwest, Augsburg

Landesgartenschau Leinefelde-Worbis

Bieber Waldhof West, Offenbach

Der neue Stöckach, Stuttgart

Ehemaliges Etex-Areal Neuss

Pallotti Quartier, Rheinbach

Stuttgart Rosenstein

Blaugrüner Ring Düsseldorf

Wohnen am Stadtpark, Herne

Blumenrod, Limburg an der Lahn

Wohnen am Kappelberg, Fellbach

Zukunftsquartier Hafner, Konstanz

Aalen-Süd / Union-Areal

Ehemalige GFZ-Kaserne, Mainz

Neues Wohnen in Frankfurt-Eschersheim

Wohnquartier Bergäcker, Nürtingen

Wohnen am Auenpark, Selm