Wallhafen Quartier, Lübeck

Entwicklung eines gemischten Quartiers für Wohnen und Arbeiten auf der Fläche einer ehemaligen Hafenanlage

Ein Projekt in Arbeitsgemeinschaft mit
relais Landschaftsarchitekten, Berlin

Wettbewerb 2008

Plangebiet: 62.750 qm
Überbaute Grundfläche 19.750 qm
BGF: 92.500 qm

Mit der Entwicklung des Geländes der ehemaligen Hafenanlage auf der nördlichen Wallhalbinsel zu einem neuen Stadtquartier wandelt sich ein bedeutender Teil Lübecks. Die Lübecker Innenstadt wird ergänzt, ohne das spezifische Altstadtmuster zu reproduzieren. So ist das Wallhafen-Quartier eine bewusst eigenständige Entwicklung, die sich am Maßstab des Ortes orientiert. Lang gezogene Speichergebäude prägen diesseits und jenseits des Hansahafens den weitläufigen Stadtraum am Wasser.
Entstehen soll ein Stück Stadt zum Wohnen und Arbeiten, geprägt durch angemessene städtische Dichte, einer ausgeprägten räumlichen Wirkung und einer hohen Wertigkeit der öffentlichen Freiräume.

Die besondere Lagegunst des Quartiers am Wasser wird optimal genutzt und als räumliche Qualität herausgearbeitet. Eine großzügige Uferpromenade verläuft entlang der historischen Kaikante. Focus sind drei Plätze am Wasser. Der „Gelenkplatz“ im Norden, die „Große Aussicht“ als Abschluss der Halbinsel im Osten sowie das „Lübecker Fester“ im Süden. Die Plätze haben als gemeinsames Thema einen regelmäßigen Baumhain, der räumlich wirksam die Freiräume weithin sichtbar markiert und das neue Quartier in unterschiedliche Teilräume gliedert.
Während der Gelenkplatz im Norden als grüner Gartenplatz Möglichkeiten für das wohnungsnahe Kinderspiel bietet, öffnet sich das Lübecker Fenster mit seiner langen Seite auf die historische Altstadt. Unter dem lichten Baumschatten wird die Außenbestuhlung der angrenzenden Gastronomien angeordnet. Der Ort mit Blick über den Hansahafen und das Panorama der als Weltkulturerbe ausgezeichneten Altstadtkulisse von Lübeck bildet einen weithin wirksamen Anziehungspunkt. Vorgelagerte Holzterrassen führen den Flaneur direkt ans Wasser, Sitzstufen laden zum Verweilen ein.
Die Spitze der Wallhalbinsel schiebt sich wie ein Schiffsbug ins Wasser und offeriert einen dreiseitig von Wasser umgebenen Platz, der in seiner exponierten Lage den Höhepunkt der umlaufenden Promenade darstellt. Ein Sonderbaukörper gibt Aussicht auf den Teil der Trave, der als Verbindung zur Ostsee, Ausgangspunkt für die weltweiten Beziehungen der Stadt ist. Der skulpturale Körper thematisiert die Spitze der Wallhalbinsel als Grenze der realen Erfahrung und macht sie damit zum Ort von Fiktion und Sehnsucht. Im Innern befindet sich ein kleiner Veranstaltungssaal mit Gastronomie als zusätzlichem Anziehungspunkt.

Die drei Plätze am Wasser stellen über ihre hohe Aufenthaltsqualität nicht nur einen Mehrwert für die Öffentlichkeit dar, sondern tragen darüber hinaus wesentlich zur Adressbildung der anliegenden Gebäude bei. Die Platzierung der 7- bis 9-geschossigen Hochpunkte unterstützt dieses Prinzip, zumal sie jeweils in Zuordnung zu den größeren Freiflächen erfolgt. Neben den 3 Plätzen am Wasser sind durch die versetzte Anordnung der Gebäude informelle Aufweitungen entlang der inneren Erschließungsachse entstanden. Das Versetzen vermischt die Nutzungen von Wohnen und Gewerbe und schafft einen Rhythmus im Sinne einer unverwechselbaren typologischen Ordnung.
Die großen Abmessungen der baulichen Einheiten lehnen sich an den Maßstab des Ortes an und tragen einer wirtschaftlichen Garagenorganisation Rechnung. Hingegen ist die innere Struktur der Wohnkomplexe betont kleinteilig.

Die hier entstehenden Außenräume sind einerseits Teil des Öffentlichen, andererseits bilden sie die privaten und halböffentlichen Räume für die Bewohner, vergleichbar mit denen eines klassischen städtischen Blocks. So ergibt sich eine horizontale Verschiebung der konventionellen Schichtung, der „Blockinnenraum“ wird Teil der Landschaft – wird ein „innerer Außenraum“. Die halböffentlichen internen Gassen in den Baukörpern bieten eine sehr urbane Wohnsituation, die Gärten auf den Sockelzonen, Loggien und Dächern, neben kleinen Hausgärten, vermitteln ein Bild des grünen Wohnens in der Stadt.

Dieses Innen und Außen vermeidet eine bauliche Differenzierung im Sinne von Vorder- und Rückseite, von Altstadt und Roddenkoppel und stärkt so auch die Möglichkeit einer flexiblen Entwicklung des Quartiers in Bauabschnitten. Die Wohnungsbautypologie erzeugt in ihrer inneren Variationsoffenheit der Grundrisse vielfältige Wohnformen – eigentumsorientiert als auch zur Miete. Diese Offenheit gibt die planerische Sicherheit für eine zielgerichtete als auch marktorientierte Entwicklung des Wallhafen-Quartiers in Lübeck.

Städtebau


Wohnen am Kappelberg, Fellbach

Zukunftsquartier Hafner, Konstanz

Aalen-Süd / Union-Areal

Ehemalige GFZ-Kaserne, Mainz

Neues Wohnen in Frankfurt-Eschersheim

Wohnquartier Bergäcker, Nürtingen

Wohnen am Auenpark, Selm

Der andere Park, Heidelberg

Neuer Stadtteil Dietenbach, Freiburg

2. BA Freiham-Nord, München

Südlich Hildener Straße, Düsseldorf

Im Kandergrund, Binzen

Neuordnung der Illenauwiesen, Achern

Hechtsheimer Höhe, Mainz

Albachten-Ost, Münster

Vogelsanger Weg, Düsseldorf

Quartier über der Fils, Wernau

Quartier Moldrickx, Münster

Campus Geisenheim

Schumacher Quartier, Berlin

Hinter der Böck, Düsseldorf

Altstadtquartier Büchel, Aachen

Wiesbadenbrücke-HavinInsel, Wilhelmshaven

Heiligkreuzareal, Mainz

Nordsteimke/Hehlingen, Wolfsburg

Campus Süd, München

Mackensen Kaserne, Hildesheim

Quelleareal, Steinen

Entwicklung Stellingen, Hamburg

Verbindung MARTa – Innenstadt, Herford

Ortsmitte Litzelstetten, Konstanz

Campus Hochschule RheinMain, Wiesbaden

Nachverdichtung Josefsviertel, Moers

Ehemalige Bayernkaserne, München

Haagen-Belist, Lörrach

Bierstadt-Nord, Wiesbaden

Güterbahnhof Nord Baufeld A2, Freiburg

Wohnen an den Buckower Feldern, Berlin-Neukölln

IWZ FH Köln

Orschel-Hagen-Süd, Reutlingen

Güterbahnhof Tübingen

Kreativquartier, München

Meckmannweg / Schwarzer Kamp, Münster

Westliche Innenstadt, Herrenberg

Stadteingang Parksiedlung, Ostfildern

Olga-Areal, Stuttgart

Nordweststadt, Frankfurt am Main

Ortserweiterung Kirchheim b. München

Mercatorquartier, Duisburg

Traun Mitte, Österreich