Zukunftsquartier Hafner, Konstanz

Planung eines ergänzenden Stadtteils

Landschaftsarchitektur:
bbz landschaftsarchitekten

Verkehrsplanung:
Obermeyer Planen + Beraten

Planungsdialog 2018
3. Preis im Verfahren mit zwei Wettbewerben

Wettbewerbsgebiet gesamt: 121 ha

GF Wohnen: 349.242 qm
GF Gewerbe: 258.280 qm
GF Sonstiges: 43.676 qm

Der Hafner ist ein Element der Natur. Zugleich ist er Teil einer sich kontinuierlich verändernden Kulturlandschaft. Natur und Kultur überlagern und durchdringen sich, sodass sich das Eine vom Anderen kaum trennen lässt. Das Zukunftsquartier Hafner steht für eine Fortsetzung dieses Prinzips, ohne Intensitätsverlust der einzelnen Elemente - sie verstärken sich vielmehr. Biotope werden geschützt und miteinander vernetzt. Den Strömen von Luft und Wasser wird in Analogie zum alten chinesischen Prinzip des Tao nichts entgegengestellt. Die Bebauung passt sich in die fließende Struktur der Natur ein. Sie verdichtet sich partiell urban und setzt damit ebenso Zeichen. Es entsteht eine Stadtlandschaft die diesen Namen verdient und die Dichotomie von Natur und Kultur nahezu aufzuheben scheint.

Mischung
Das Zukunftsquartier ist vielgestaltig und besteht aus Elementen diverser Programmierung mit jeweils unterschiedlicher Dichte. An zentraler Stelle verbindet sich die höchste Dichte mit dem intensivsten Grad an Nutzungsmischung. Hier verfügt jedes Haus über einen vertikalen Mix. Nach außen nehmen Dichte und Mischungsgrad stetig ab, sodass eine funktionale und typologische Ausdifferenzierung stattfindet. Im Westen und Norden prägen zu Wohnhöfen verdichtete Eigenheimstrukturen die Ränder des Quartiers. An den äußersten Randlagen sorgen Gewerbegebiete mit Adressen an der Landesstraße für Schallschutz. Neben dem Kernbereich prägt der östlich davon gelegene Bildungscampus das neue Quartier am stärksten. Eingebettet in einen großzügigen Landschaftsraum, sind die pavillonartigen Solitärbauten von weithin sichtbar. Die besondere Lage verdeutlicht den hohen Stellenwert, den der Bildungscampus im Zukunftsquartier einnimmt.

Freiraum
Herz des Quartiers ist ein großzügiger Platz auf der Ostseite des Kernbereichs. Der Platz öffnet sich zum angrenzenden Landschaftsraum mit Blick auf den Bildungscampus im Osten und bei klarer Sicht auf das Alpsteinmassiv mit dem Säntis im Südosten. Der Platz ist zugleich Knotenpunkt des Nachbarschaftsloops, welcher alle Siedlungsbereiche des neuen Quartiers miteinander verknüpft und dabei die durchkreuzenden Landschaftsräume und den Drumlin Hafner in erlebbarer Weise einbezieht. Die Nutzung des Nachbarschaftloops ist Fußgängern, Radfahrern einschl. E-Bikes vorbehalten. Es handelt sich um einen Ort des Austauschs, der Aktivität und des Verweilens mit unterschiedlichen Ausprägungen und Charakteristiken von Grün bis Urban - einer Promenade des Alltags, welche dem Leben im Zukunftsquartier einen besonderen Charakter verleiht.

Ähnlich prägend wie der Nachbarschaftsloop, sind die Landschaftsbänder, welche das Quartier östlich und westlich des Kernbereichs von Norden nach Süden durchziehen. Es handelt sich dabei um die den Niederungen verlaufenden Kaltluftschneisen mit Wiesen, Wasserflächen, Spiel- und Sporteinrichtungen, Baumhainen sowie Feld- und Biotopstrukturen. Diese Freizeitlandschaft hebt sich damit von der umgebenden Kulturlandschaft ab und bietet den Bewohnern und Besuchern des Zukunftsquartiers Möglichkeitsräume zur individuellen Aneignung. Die Landschaftsbänder springen über die Landesstraße und schaffen eine freiräumliche Verklammerung des Quartiers mit seiner Umgebung.

Der Hafner als präsenter Namensgeber des Quartiers wird als Landschaftsraum und Ausblicksort mit Wegeverbindungen aus dem neuen Quartier inszeniert. Östlich der Litzelstetter Straße entsteht am Wollmatinger Mühlbach das neue Vereins- und Schulsportzentrum. Nördlich daran grenzt das erweiterte Gelände des Reiterhofs Trab e.V..

Verkehr
Neben dem Nachbarschaftsloop als innerer Erschließung für Fußgänger und Radfahrer mit unmittelbarer Anbindung an Wollmatingen, erfolgt die äußere Erschließung des Quartiers priorisiert durch den ÖPNV. Unter Einbeziehung der bestehenden Buslinien 2 und 6 ergibt sich hier ebenso die Systematik eines Rings. Die Trassenführung ermöglicht eine nahezu gleichwertige Erschließung aller Teilbereiche. Für die aus dem Westen kommende Buslinie 2 entfällt die Wendeschleife, da der Ring das Wenden ermöglicht. Die Linie 6 nutzt den Ring zum Richtungswechsel bei der östlichen Durchfahrung des Quartiers. Die Einbindung weiterer Buslinien wäre möglich. Im Unterschied zum ÖPNV ist der MIV dezentral über 3 voneinander entkoppelte Zufahrten von der Landesstraße organisiert. Das gezielt wie sparsam entwickelte Netz von Trennprofilen schafft Übersicht und ist so angelegt, dass es in weiten Teilen auch durch den Busverkehr genutzt werden kann.

Neben dem attraktiven Busnetz setzt das Verkehrskonzept auf privilegierte Car-Sharing-Parkplätze mit Ladestationen und zentrale Abstellflächen für Fahrräder und E-Bikes. Der ruhende Individualverkehr wird wesentlich in 4 von außen gut erreichbaren Quartiersgaragen untergebracht. Partiell ergänzen Tiefgaragen das Stellplatzangebot.

Nachhaltigkeit
Die vorgeschlagene Bebauung besteht aus kompakten Gebäudetypen, die mit kleinem Oberflächen-/Volumenverhältnis niedrige Baukosten und geringe Energieverbräuche erwarten lassen. Die Flachdachflächen bilden die Basis für eine Photovoltaiknutzung unter Einbeziehung einer extensiven Begrünung. Mit den Photovoltaik-Anlagen können die elektrischen Energieverbräuche regenerativ gedeckt werden. Die Energieversorgung wird durch ein mit Bio- bzw. Deponiegas betriebenes Blockheizkraftwerk ergänzt. Das BHKW unterstützt zudem das Nahwärmenetz, welches primär mittels Wärmepumpe die thermische Energie des Bodenseewassers nutzt. Aufgrund der geringen Dichte wird bei den Einfamilienhausstrukturen im Westen des Plangebiets auf ein Nahwärmenetz verzichtet und anstatt dessen die Wärmeversorgung über oberflächennahe Geothermie sichergestellt.

Die weitgehende Begrünung unter Einbeziehung von Dach- und Fassadenflächen schafft ein angenehmes Mikroklima und ist in Kombination mit dem auf Versickerung und Rückhaltung ausgerichteten Regenwassermanagement ein Beitrag zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung. Die Biotopflächen des Landschaftsraumes werden erhalten und in die Struktur der Freiraumgestaltung integriert. Die Multikodierung der Flächen fördert Naturerfahrung und Naturverständnis und das gleichberechtigte Nebeneinander von Mensch und Natur.

Städtebau


Wohnen am Kappelberg, Fellbach

Aalen-Süd / Union-Areal

Ehemalige GFZ-Kaserne, Mainz

Neues Wohnen in Frankfurt-Eschersheim

Wohnquartier Bergäcker, Nürtingen

Wohnen am Auenpark, Selm

Der andere Park, Heidelberg

Neuer Stadtteil Dietenbach, Freiburg

2. BA Freiham-Nord, München

Südlich Hildener Straße, Düsseldorf

Im Kandergrund, Binzen

Neuordnung der Illenauwiesen, Achern

Hechtsheimer Höhe, Mainz

Albachten-Ost, Münster

Vogelsanger Weg, Düsseldorf

Quartier über der Fils, Wernau

Quartier Moldrickx, Münster

Campus Geisenheim

Schumacher Quartier, Berlin

Hinter der Böck, Düsseldorf

Altstadtquartier Büchel, Aachen

Wiesbadenbrücke-HavinInsel, Wilhelmshaven

Heiligkreuzareal, Mainz

Nordsteimke/Hehlingen, Wolfsburg

Campus Süd, München

Mackensen Kaserne, Hildesheim

Quelleareal, Steinen

Entwicklung Stellingen, Hamburg

Verbindung MARTa – Innenstadt, Herford

Ortsmitte Litzelstetten, Konstanz

Campus Hochschule RheinMain, Wiesbaden

Nachverdichtung Josefsviertel, Moers

Ehemalige Bayernkaserne, München

Haagen-Belist, Lörrach

Bierstadt-Nord, Wiesbaden

Güterbahnhof Nord Baufeld A2, Freiburg

Wohnen an den Buckower Feldern, Berlin-Neukölln

IWZ FH Köln

Orschel-Hagen-Süd, Reutlingen

Güterbahnhof Tübingen

Kreativquartier, München

Meckmannweg / Schwarzer Kamp, Münster

Westliche Innenstadt, Herrenberg

Stadteingang Parksiedlung, Ostfildern

Olga-Areal, Stuttgart

Nordweststadt, Frankfurt am Main

Ortserweiterung Kirchheim b. München

Mercatorquartier, Duisburg

Traun Mitte, Österreich

Stadtoval, Aalen