Wohn- und Geschäftshaus MSS29, Konstanz

Entwurfsstudie im Rahmen des Projekts Ortsmitte Litzelstetten

Ein Projekt in Arbeitsgemeinschaft mit hermanns landschaftsarchitektur/umweltplanung

Entwurfsstudie 2013

BGF 2.306 m²
18 Wohneinheiten
1 Gemeinschaftsraum
5 Gewerbeeinheiten

Im Rahmen des städtebaulichen Wettbewerbs Ortsmitte Litzelstetten war das Grundstück Martin-Schleyer-Straße 29 architektonisch zu vertiefen. Es handelt es sich um ein Grundstück an der Hauptstraße des ehemaligen Straßendorfs. Durch die Gliederung der Baumassen mittels einer zweischiffigen Anlage konnte dem Anspruch einer optimalen Nutzung des Grundstücks unter Beibehaltung des dörflichen Maßstabs ideal entsprochen werden. Die Geschossigkeit orientiert sich am nördlich gelegenen Wohnhaus Martin-Schleyer-Straße 33. Da sich weitere Gebäude mit 3 oder 4 Geschossen in der näheren Umgebung befinden, fügt sich die Planung sehr gut in die Höhenentwicklung des Bestands ein. Entscheidender als die Einbindung über die Geschossigkeit ist die Relation der tatsächlichen Gebäudehöhen. Obschon die meisten Nachbargebäude nur 2 ½ Geschosse aufweisen, erreicht der Entwurf für den Realisierungsteil nicht einmal deren Firsthöhe. Ausschlaggebend hierfür ist eine relativ flache Dachneigung in Kombination mit einer geringen Tiefe der Baukörper, welche aus der zweischiffigen Typologie mit zentralem Laubengang resultiert.

Die Laubengangerschließung bedient beide Seiten und erschließt alle 18 Wohneinheiten in ökonomischer Weise barrierefrei über einen Aufzug. Durch das Versetzen der Baukörper ist jede Wohnung zu mindestens 2 Seiten orientiert. Der Wohnungsschlüssel folgt in der Aufteilung 4-5-5-4 weitgehend der Zielvorgabe von 20%-30%-30%-20%. Im westlichen Riegel findet das Wohnen auf 3 Geschossen statt. Auf der östlichen Seite wird nur in den Obergeschossen gewohnt. Im Erdgeschoss reihen sich dort einzelhandelsorientierte Gewerbeflächen mit Schaufenstern entlang der Martin-Schleyer-Straße. Im mittleren eingeschossigen Teil dieser Spange befinden sich die Touristeninformation und die öffentliche WC-Anlage unterhalb einer Terrassenfläche. Oberhalb der WC-Anlage nutzt ein Pflanztrog nicht benötigte Raumhöhe mit dem Mehrwert einer Bepflanzung mit Obstgehölzen. Ein schaltbarer Gang ordnet die WC-Anlage wahlweise der Straße oder dem intern erschlossenen Gemeinschaftsraum der Bewohner zu. Der Gemeinschaftsraum wird zwar von der Straße belichtet, hat aber seinen Zugang über einen innenliegenden Hof, der als Aufweitung des erdgeschossigen Laubengangs das Zentrum der Wohnanlage darstellt. Die Erschließung des Laubengangs erfolgt über den Kornblumenweg. Hier markiert der mit pulverbeschichten Aluminiumprofilen verkleidete Treppenturm eine eindeutige Eingangssituation.

Dieser Akzent ist Teil eines konsequenten Farbkonzepts, das am gesamten Gebäude Anwendung gefunden hat: Alle flächig eingesetzten Aluminiumlamellen tragen einen rostroten Farbton, ob als Laubengangeinhausung oder als Schiebeläden der großen bodentiefen Fenster. Darüber hinaus sind die verputzten Innenseiten der Loggien in der Lichtfarbe gelb gehalten. Beide Farbakzente harmonieren miteinander bzw. stehen in einem selbstverständlichen Verhältnis zum warmen Sandton der Außenfassade. Das Dach hat eine pulverbeschichtete Aluminiumeindeckung im selben Farbton.

Auf der Südwestseite ist eine 70 qm große Sonnenkollektorfläche in die Dachfläche integriert. Hiermit wird die Warmwasserbereitung ressourcenschonend unterstützt, sodass der Effizienzhaus 70 Standard der KfW erreicht wird. Weitere Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels sind Dreischeibenverglasung, 16 cm Wärmedämmung in der Wand, wärmebrückenfreie Konstruktionen, sowie Brennwerttechnik.

Architektur


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