Neuordnung der Illenauwiesen, Achern

Transformation des ehemaligen Reithallen-Grundstücks zu einem Wohnquartier mit Park

Landschaftsarchitektur:
hermanns landschaftsarchitektur/umweltplanung

Wettbewerb 2017
3. Rang Anerkennung

BGF: 20.141 qm
GRZ: 0,38
GFZ: 1,17

Der Entwurf sieht für das Areal der Illenauwiesen eine klare Gliederung von Bebauung im Osten und Freiraum im West vor. Entlang der Illenauer Straße entwickelt sich eine um Gartenhöfe organisierte Wohnbebauung. Westlich davon entsteht ein Bürgerpark - die Illenauwiesen. Der Mühlbach bleibt über die gesamte Länge des Areals von Bebauung frei, sodass der Bürgerpark durch Einbeziehung der Uferbereiche an Großzügigkeit gewinnt.

Ankunftsplatz
Auf der Ostseite der ehemaligen Reithalle signalisiert ein Ankunftsplatz die Besonderheit des Ortes. Die räumliche Öffnung erlaubt Einblicke in beide Richtungen – sowohl nach Westen zum Park einschließlich der denkmalgeschützten Halle, als auch nach Osten zur Illenau. Der Ankunftsplatz schafft Orientierung, fungiert als Gelenk und stellt eine angemessene Zahl von Stellplätzen zur Verfügung. Die Stellplätze dienen der Illenau, den neuen Nutzungen in der ehemaligen Reithalle, sowie dem geförderten Wohnungsbau im nördlichen Teilbereich.

Ehemalige Reithalle
Für das denkmalgeschützte Gebäude werden unter dem Begriff „Actionhalle“ Freizeitnutzungen vorgeschlagen. Denkbar wäre eine Kletterhalle, eine Trampolinhalle oder ein Indoorspielplatz, ggf. in Kombination miteinander. Darüber hinaus soll das Angebot mit Gastronomie abgerundet werden. Zwischen der „Actionhalle“ und den südlich anschließenden Wohnhöfen vermittelt ein solitärhafter Wohnungsbau mit Cafénutzung im Erdgeschoss. Der Baukörper greift in seinem Zuschnitt die verschiedenen Richtungen des Ortes auf und definiert auf der Westseite im Zusammenspiel mit der Halle einen geschützten Außenraum mit Terrassen und einem großen Spielplatz in der Mitte.

Bürgerpark
Von hier aus hat man einen weiten Blick in den weniger intensiv genutzten südlichen Teil des Bürgerparks, dessen Gestaltung dem Prinzip eines Landschaftsgartens folgt. Die Gestaltung erfolgt hierbei unter Beachtung des vorhandenen Gehölzbestands sowie einzelner markanter Baumsolitäre. Das ehemalige Illenaufreibad ist integrierter Bestandteil dieses Parkbereichs. Verschiedene Wegetypen verlaufen durch den Park, wodurch dieser vielfältig wahrgenommen wird. Von Ost nach West verläuft ein Aktionsband mit generationsübergreifenden Freizeitangeboten in Analogie zur neuen Hallennutzung. Entlang des Mühlbachs verläuft ein Spazierweg im Schatten der bestehenden Bäume. Begleitend zur Bebauung verläuft auf der Ostseite eine klassische Promenade in Nord-Süd-Richtung. Zusammen bilden die Wege ein System mit Anbindungen zu allen Seiten. Der Park ermöglicht darüber hinaus neue Fuß- und Radverbindungen von übergeordneter Bedeutung. Die wichtigste neue Verbindung führt vom Ortskern im Nordwesten über die Allerheiligenstraße, die Plaukelmatte, durch den Bürgerpark zur Illenau. Weitere Verbindungen führen vom Ortskern zur Pappelallee und von der Martinstraße zur Pappelallee. Somit ist der neue Park trotz seiner Binnenlage sehr gut vernetzt und stellt in Ergänzung zum Stadtgarten ein attraktives Freiraumangebot für die Acherner Bürger dar.

Wohnbebauung
Auf der Ostseite wird der Park durch die neue Wohnbebauung räumlich gefasst. Die Gebäude staffeln sich von 2 – 3 Geschossen im Süden zu 5 Geschossen am Ankunftsplatz, womit die Firsthöhe der ehemaligen Reithalle erreicht wird. Weiter nördlich staffelt sich die Bebauung wieder von 5 auf 3 Geschosse herunter, um möglichst unmittelbar an die angrenzende Reihenhauszeile anzuschließen. Insgesamt wird ein breites Spektrum von Wohntypologien angeboten. Beim südlichsten Hof dominiert Einfamilienhausbebauung. Bei jedem der folgenden Gartenhöfe erhöht sich der Geschosswohnungsbauanteil. Im südlichen Teilbereich handelt es sich dabei um frei finanzierten Geschosswohnungsbau mit Tiefgaragen. Im nördlichen Teilbereich entstehen insgesamt 36 förderfähige Wohnungen ohne Tiefgarage.

Erschließung
Aufgrund der unmittelbaren Lage der Wohnbebauung an der Illenauer Straße, sind die erforderlichen Erschließungsmaßnahmen sehr gering. Zwischen den einzelnen Höfen führen Mischverkehrsflächen als Stiche bis zur Parkpromenade. Der Knotenpunkt Illenauer Straße/Illenauer Allee wird zugunsten einer Kreuzung mit Anbindung der Stellplätze auf dem Ankunftsplatz umgebaut. Die Stellplätze des geförderten Wohnungsbaus erreicht man unmittelbar über die Illenauer Straße auf der Höhe der Robert-Schuman-Straße.

Städtebau


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